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Weiterer Ausbau von Salzburg zum Zentrum für Geoinformatik
07.02.2008
 
Geografische Informationssysteme (GIS) und Global Monitoring for Environment and Security (GMES) wichtige Themen der Forschung in Salzburg

ageo.at     "Salzburg ist stolz darauf, Veranstaltungsort einer so wichtigen und weltumspannenden Initiative zu sein und auch stolz darauf, dass Salzburger Forscher und Experten auch inhaltlich Beiträge zum Thema Globales Katastrophenmanagement leisten können." Dies erklärte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Donnerstag, 7. Februar, bei der Begrüßung der Teilnehmer am UNOOSA-UN-Spider Experten-Workshop im Schloss Leopoldskron.

"Wir sind fest entschlossen, Salzburg neben Graz als zweites großes Zentrum für GIS und GMES etablieren", so die Forschungsreferentin weiter. Geografische Informationssysteme (GIS) und Global Monitoring for Environment and Security (GMES) seien in den vergangenen Jahren wichtige Themen der Forschung in Salzburg geworden, und ihre Entwicklung wird vom Land auch dementsprechend unterstützt. "Es ist auch sehr erfreulich, dass der Bund das Potenzial in Salzburg sehr positiv einschätzt und über seine GMES-Initiative unterstützt. Wenn im Frühsommer dieses Jahres das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im österreichischen Weltraumprogramm eine "Aktionslinie GMES in Österreich" ausschreibt, werden sich Salzburger Akteure daran beteiligen", so die Landeshauptfrau.

37 Fachleute aus dem Katastrophen- und Sicherheitsmanagement aus vier Kontinenten erörtern noch bis Samstag Fragen zum globalen Katastrophenmanagement. Der Workshop wird vom GIS-Zentrum der Universität Salzburg (http://www.uni-salzburg.at/zgis) gemeinsam mit dem United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA), einer Einheit der Vereinten Nationen mit Sitz in Wien, organisiert, die für alle Weltraum-Angelegenheiten zuständig ist. Die Experten sind eingebunden in das UN-Spider-Programm der Vereinten Nationen, eine Plattform für weltraumgestützte Information für Katastrophen- und Notfallmanagement.

Erdbeobachtung für Zwecke des Umwelt- und Naturschutzes, aber auch hinsichtlich Katastrophen- und Risikomanagement ist ein vordringliches Anliegen der internationalen Staatengemeinschaft geworden. Einerseits soll die Wissenschaft die erforderlichen Daten für ein besseres Verständnis der globalen Zusammenhänge bei Klima und Umwelt erhalten – und damit auch bessere Grundlagen für politische Entscheidungen beisteuern können. Zum anderen dienen solche Daten dem Aufbau eines Frühwarnsystems bei Naturkatastrophen wie Tsunamis, Dürre, Hungersnöte, Epidemien und deren Folgen.

Ein großes Problem besteht darin, dass satellitengestützte Informationen nicht allen Staaten und Regionen dieser Erde zugänglich sind. Insbesondere viele Entwicklungsländer, die am häufigsten von solchen Naturkatastrophen betroffen sind, verfügen über diesen Zugang nicht. Das UN-Spider-Programm, das Ende 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde, setzt sich daher zum Ziel, allen Ländern den Zugang zu weltraumgestützter Information zu sichern und sie in die Lage zu versetzen, uneingeschränkt am weltweiten Katastrophenmanagement-System teilzunehmen.

Während die USA schon lange über ein weltumspannendes Satelliten-Netzwerk und entsprechende Erdbeobachtungssysteme verfügen, wurde das europäische Gegenstück GMES erst 1998 von der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumkommission ESA ins Leben gerufen, und erst 2005 konnte man sich auf den Aufbau eines globalen Erdbeobachtungssystems verständigen, das die verschiedensten Erdbeobachtungstechniken (weltraum- und erdgestützte) miteinander kombinieren soll. GMES ist der wesentliche Beitrag Europas zu diesem weltweiten System. Dabei werden Weltraumtechnologien, wie das Europäische Satellitensystem Galileo, und Daten aus erdgebundenen Informationssystemen (z.B. Messdaten von Wetterstationen, Verkehrsinformationen) miteinander verbunden. GMES hat also einerseits mit Hochtechnologie und andererseits mit sehr praxisbezogenen Umwelt- und Sicherheitsfragen zu tun.

Eingesetzt wird GMES konkret z.B. in Bereichen wie

  • Landbeobachtung: z.B. wird es in der Land- und Forstwirtschaft zur Erfassung von Sturmschäden, des Ausmaßes von Waldbränden, Dürren etc.. angewandt;
  • Klimaforschung: z.B. beim Schutz der Atmosphäre;
  • Management von Naturkatastrophen: z.B. beim Abschätzen des Ausmaßes von Überschwemmungen, Lawinen, Hangrutschungen, etc., ein Thema, das immer aktueller wird. In Salzburg gewinnt es vor allem für den Bereich alpine Gefahren an Bedeutung;
  • Zivile Sicherheit: z.B. für die Überwachung von Großveranstaltungen, von Grenzverläufen, für Krisenmanagement und Katastrophenschutz, ebenfalls ein immer aktuelleres Thema;
  • Sichere Infrastruktur: z.B. die Überwachung von Stromnetzen, Fernmeldesystemen usw.
Die GIS, die Geographischen Informationssysteme, für die in Salzburg beträchtliche Kompetenz vorhanden ist, tragen wesentlich zur Entwicklung eines globalen Monitoring-Systems bei. Salzburg verfügt in mehreren Bereichen über relevante Expertise. "Das von Univ.-Prof. Mag. Dr. Josef Strobl geführte Zentrum Z_GIS der Salzburger Universität ist eine weit über unsere Grenzen hinaus bekannte, etablierte Forschungseinrichtung. Zusammen mit der neugegründeten Forschungsstelle der Akademie der Wissenschaften zum Thema Geographic Information Science, die ebenfalls unter der Leitung von Prof. Strobl steht, hat sich am Standort Salzburg eine beachtliche Expertise dazu entwickelt", so Burgstaller.

Auch die Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research leistet Beiträge zur Anwendung und Entwicklung solcher Systeme. Sie entwickelt Softwaresysteme die mit Geo-Daten arbeiten. Zum Einsatz kommen solche Dienste beim Verkehrsmanagement bei Großveranstaltungen, bei Verkehrsstrom-Prognosen, der Informationsleitung von Veranstaltungsbeteiligten und Fluchtwegszenarien.

Sehr anwendungsorientiert arbeitet auch das Salzburger iSpace der größten österreichischen außeruniversitären Forschungsgesellschaft ARC Seibersdorf. Und nicht zuletzt setzen sich auch einzelne Unternehmen des Salzburger GIS-Clusters mit dem Thema Erd- und Umweltbeobachtung auseinander, wie z.B. Geospace Beckel Satelliten GmbH oder Forest-Mapping-Management (FMM).

Quelle: ageo.at

 

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