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Das Vorhaben "Automatisierung der Liegenschaftskarte" (ALK) wurde von der
Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen
der Länder der
Bundesrepublik Deutschland (AdV) als herstellerneutrales Programmsystem zur
automatisierten Führung des Zahlen- und Kartennachweises des
Liegenschaftskatasters entwickelt und in der ALK-Verfahrensdokumentation
beschrieben.
Das Gesamtsystem besteht aus einem Verarbeitungsteil und dem
ALK-Datenbankteil. Der Verarbeitungsteil enthält die fachbezogenen
Verarbeitungsprogramme und führt die Kommunikation mit dem Sachbearbeiter
durch. Er kann sowohl in einer zentralen (d.h. ein gemeinsamer Rechner mit
dem Datenbankteil) als auch in einer dezentralen Datenverarbeitungsstelle
eingesetzt werden. Es können mehrere Verarbeitungsteile auch
von unterschiedlichen Systemanbietern mit dem Datenbankteil in Verbindung
stehen.
Der ALK-Datenbankteil ist im wesentlichen für folgende Aufgaben
zuständig:
-
Fortführung und Benutzung der Primärdateien (Grundrißdatei,
Punktdatei, Datei der Messungselemente),
-
ALK-Auftragsverwaltung (Überwachung und Verwaltung der Aufträge
des Auftragsbuchs-LK).
Der ALK-Datenbankteil nimmt die Daten des Verarbeitungsteils entgegen,
führt die Einrichtung, Fortführung und Benutzung der Dateien durch
und stellt das Ergebnis dem Verarbeitungsteil zur Verfügung (Ergebnisdaten).
Die Nutzung der ALK als Basis für grundstückbezogene
Informationssysteme setzt voraus, daß alle Anwender und Nutzer den
digitalen Kartennachweis problemlos lesen und weiterverarbeiten können.
Für den Datenaustausch wird deshalb die für den Datenübergang
im ALK-System zwischen ALK-Datenbankteil und ALK-Verarbeitungsteil konzipierte
Einheitliche Datenbankschnittstelle (EDBS)" verbindlich festgelegt.
Über die EDBS werden Daten nach einem eindeutig definierten Formalismus
in linearisierter Form ausgetauscht. Die Übergabe der Daten erfolgt
im 7-Bit-Code nach DIN 66003, deutsche Referenzversion mit Umlauten.
Die Konzeption der ALK läßt es zu, daß anstelle des
ALK-Verarbeitungsteils für die Antragsbearbeitung und/oder die graphische
Verarbeitung herstellerspezifische Arbeitsplätze zum Einsatz kommen
können. Diese müssen jedoch ebenfalls in der Lage sein, die zuvor
genannten Forderungen an den Datenautausch zu erfüllen. Untereinander
kompatible Systeme können darüber hinaus Daten in den jeweiligen
Ein- / Ausgabeformaten austauschen.
Die Schnittstellenkonzeption der ALK ermöglicht es, daß
Arbeitsplätze von Anwendern anderer Fachbereiche mit der Grundrißdatei
der ALK-Datenbank kommunizieren können. Dies kann in der Form geschehen,
daß interessierten Stellen eigene Datenbereiche (Folien) innerhalb
der Grundrißdatei zur Führung zugewiesen werden. Im übrigen
können an Nutzer zur Erfüllung ihrer eigenen Aufgaben digitale
Daten der ALK- abgegeben werden.
Im Rahmen des Vorhabens "Automatisierung der Liegenschaftskarte" wird zwischen
einer elementargeometrischen Sicht und einer Objektsicht unterschieden
[Stöppler 1987b].
Elementargeometrische Objektsicht heißt: Die Karte bzw. ihre graphischen
Informationen werden analytisch zerlegt in kleinste, sog. elementargeometrische
Einheiten. Dabei kann es sich um
-
punktförmige Einheiten (ein Grenzpunkt, eine thematische Signatur),
-
linienförmige Einheiten (ein Grenzabschnitt, eine Gebäudeseite),
-
flächenförmige Einheiten (die Umringbegrenzung eines Flurstücks
oder eines Gebäudes) oder um
-
textförmige Einheiten (Flurstücksnummern, Eigenname eines
Gebäudes)
handeln.
Objekte als fachliche Einheiten bezeichnen dagegen eine aus fachlicher Sicht
erforderliche Menge bestimmter elementargeometrischer Einheiten. Welche
elementargeometrischen Einheiten zu einem Objekt zusammenzufassen sind, ist
aus der spezifischen Sicht des einzelnen Fachbereichs festzulegen. So mag
für den Umweltbereich die Straße in ihrer Gesamtheit als
linienförmige Quelle für Lärmemissionen von Bedeutung sein;
für das Biotopkataster ist ein Teich mit seiner Vielfalt an floristischen
und faunistischen Informationen von Bedeutung und nicht nur seine Lage und
Nutzungsangabe im Liegenschaftskataster.
Die Objektverschlüsselung ist Teil der Objektbildung. Die Menge der
fachlichen Grundrißinformationen erfordert eine umfangreiche
Verschlüsselung aller Einzelinformationen jedes Anwendungs- bzw.
Funktionsbereiches.
Jeder Anwendungsbereich beschreibt seinen graphischen Nachweis vollständig
in kleinsten fachlichen Einheiten (Elementarobjekte). Aus dieser Beschreibung
entwickelt jeder Anwender im Rahmen der durch die Objekte und Objektabbildung
vorgegebenen Struktur unter Berücksichtigung seiner Besonderheiten eine
anwenderspezifische Objektbeschreibung und legt hier auch fest, welche
Objektteile der Elementarobjekte zu größeren Informationseinheiten
(Rasterobjekte) zusammengefaßt werden [Stöppler 1987b].
Den Daten der ALK kommt für viele Anwendungen in der täglichen
Praxis große Bedeutung zu. Die Geometrie von Flurstücken,
Straßenverläufen und Bebauung werden vom Anwender um weitere Attribute
oder um weitere Geometrieinformation ergänzt. Versorgungsbetriebe für
Gas, Wasser, Fernwärme und Strom beziehen ihre Leitungslage in der Regel
auf diese Grunddaten. Dies geschieht auch im behördlichen Bereich bei
Polizei, Feuer- und Sanitätsdiensten, Hafen- und Flugbehörden
[Barwinski 1988].
Der Speicherung der ALK-Daten dient der ALK-Datenbankteil, der auf der Basis
der für die Verwaltung empfohlenen K-Schnittstellen (KDBS, KDCS, KSDS)
[AdV 1989, S. 21] systemabhängig realisiert wurde. Zu den Aufgaben dieses
Programmsystems gehört die Prüfung der Daten hinsichtlich
Vollständigkeit, richtiger Zuordnung und Zusammensetzung bei der
Ersterfasung und Fortführung. Für Bearbeitung und Weitergabe werden
entsprechend Daten selektiert und im EDBS-Format bereitgestellt.
Die Verschlüsselung der Grundrißinformation des Liegenschaftskatasters
erfolgt durch eine einheitliche Systematik. Damit werden folgende Ziele verfolgt:
-
Einheitliche Verschlüsselung gleicher Informationen in der
Liegenschaftskarte und im Liegenschaftsbuch (ALB).
-
Verknüpfung der Informationen des Liegenschaftskatasters mit der
topographischen Kartographie,
-
Ausgestaltung des Grundrißnachweises des Liegenschaftskatasters zu
einer integrationsfähigen Datenbasis von Informationssystemen,
-
Möglichkeit des fachlichen und DV-technischen Datenaustausches mit
Informationssystemen sonstiger Nutzer des Liegenschaftskatsters.
Die Grundrißinformationen werden durch einen dreistelligen
Folienschlüssel und einen vierstelligen Objektschlüssel
verschlüsselt. Die Grundrißinformationen des Liegenschaftskatasters
werden einheitliche im Rahmen des vond er AdV vorgegebenen
Objektschlüsselkatalogs (OSKA) verschlüsselt. Daneben können
Anwender Sonderkataloge (Sonder-OSKA) aufstellen, die die Verschlüsselung
anderer Anwendungs- und Fachbereiche enthalten. Anwender bzw. Nutzer legen
fest, welche fachlichen Inhalte verschlüsselt bestimmten Folien zugeordnet
werden und beschreiben dies in einem Sonderkatalog. Folgende
Schlüsselbereiche sind dafür vorgesehen:
| Schlüsselbereich |
Anzahl Folien |
Funktionsbereich |
| 000 - 099 |
40 |
Liegenschaftskataster |
| 100 - 199 |
22 |
Landesvermessung |
| 200 - 699 |
100 |
Kommunaler Funktionsbereich |
| 700 - 998 |
30 |
Funktionsbereich anderer Stellen |
| 999 |
|
Folienübergreifende Objektteile bzw. Kartenzeichen |
Um eine eindeutige Verschlüsselung des OSKA und der Sonderkataloge zu
erhalten, werden die verschlüsselten Grundrißinformationen jeweils
fest definierten fachlichen Gruppen (Folien) zugeordnet. Gleiche
Objektschlüssel können deshalb in mehreren Folien vorkommen.
000-
0000 ANFANG OSKA-LiegKat NRW vom 01.07.89
(0100) Grenzzeichen, Vermessungspunkt
052- 0101 Oberirdischer Grenzstein O
085- 0101 Oberirdischer Grenzstein O
052- 0102 Unterirdischer Grenzstein O
085- 0102 Unterirdischer Grenzstein O
052- 0103 Grenzhügel O
085- 0103 Grenzhügel O
052- 0104 Grenzkreuz O
085- 0104 Grenzkreuz O
052- 0105 Grenzbaum (Nadelbaum) O
085- 0105 Grenzbaum (Nadelbaum) O
052- 0106 Grenzbaum (Laubbaum) O
085- 0106 Grenzbaum (Laubbaum) O
052- 0108 Sonstiges Grenzzeichen O
085- 0108 Sonstiges Grenzzeichen O
(0110) Besonderes Grenzzeichen, besonderer Schriftzusatz
052- 0111 Grenzzeichen an Staats-, Landesgrenzen O
085- 0111 Grenzzeichen an Staats-, Landesgrenzen O
052- 0112 Grenzsäule an Staats-, Landesgrenzen O
085- 0112 Grenzsäule an Staats-, Landesgrenzen O
063- 0113 Vermarkter Grenzpunkt der Markscheide O
082- 0114 Jagenstein, Abteilungsstein O
Der OSKA der AdV ist als zentraler
Verschlüsselungskatalog verbindlich. Die dort aufgeführten
Verschlüsselungen berücksichtigen die im Nutzungsartenverzeichnis
der AdV definierten flächenbezogenen Nutzungsarten, das Verzeichnis
der Gebäudenutzungen im Liegenschaftskataster sowie die Darstellungsinhalte
der Liegenschaftskarte, der Vermessungsrisse und der Deutschen Grundkarte
1:5000 (DGK 5). Die Verschlüsselung ist identisch für die Folien
und Objekte des OSKA, für die Kartenzeichen in der Muster-Zeichenvorschrift
(Muster-ZV), für die Objekte und Objektteile im Musterabbildungskatalog
(OBAK) und für die Kartenzeichen in dem Musterblatt der DGK 5.
Die Verschlüsselungssystematik enthält ebenfalls Freiräume
für länderspezifische Anwendungen. Ebenfalls werden nicht alle
Folien- und Objektschlüsselkombinationen in die länderspezifischen
OSKA übernommen. Desweiteren können im Einzelfall auch
landesspezifische Anpassungen der Objektbezeichnungen erforderlich sein.
So ist der OSKA-LiegKat NRW ein für Nordrhein-Westfalen gebildeter
Teilmengenkatalog für die Verschlüsselung der Grundrißinformation
der Liegenschaftskarte [NRW 1994]. Er enthält darüber hinaus mit
der Kommunalverwaltung abgestimmte Empfehlungen für Folien und
Objektschlüssel kommunaler Anwendungen.
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