Eine Methodik zur Ermittlung des Wertschöpfungspotentials in GI-Systemen

Durch
den Einsatz von (Geo-) Informationssystemen sind in den letzten Jahren
umfangreiche Informations- bzw. Datenmengen angehäuft worden, die
einen erheblichen Wert darstellen und in Unternehmen eigentlich zum Anlagevermögen
zählen müßten. Die Ressource Information wird sogar als
der wichtigste Produktionsfaktor des 21. Jahrhunderts angesehen.

Mit der vorliegenden Untersuchung wurde eine Methodik entwickelt, die
einen Zugang zum Wert von – in diesem Fall – raumbezogenen Informationen
ermöglicht und zudem brachliegende Potentiale zur Steigerung der Wertschöpfung
vorhandener Datenbestände aufzeigen hilft. Mit der Informationswertanalyse
(IWA) ist eine Methode gefunden worden, den Wert einer Information nicht
aus seinem Produktionsprozeß (vorgeschaltete Prozesse) sondern aus
der Summe der tatsächlichen und potentiellen Nutzungen (nachfolgenden
Prozesse) heraus zu ermitteln. Die Methodik kann auch auf andere IT-Bereiche,
wie z.B. auf die Data-Warehouse-Technologie, angewandt werden.

Warum ist diese Studie wichtig?

  • Obwohl die Ressource Information als der wichtigste Produktionsfaktor des
    21. Jahrhunderts angesehen wird und Unternehmen und öffentliche Hand
    mit zum Teil extrem hohem Aufwand umfangreiche Informationssammlungen erstellt
    haben, die einen erheblichen materiellen und strategischen Wert besitzen,
    fehlt es bislang an geeigneten Methoden zur Bewertung dieses „Vermögens“.
  • Um die notwendigen Entscheidungen zur Neuausrichtung des Unternehmensstrategien
    treffen zu können, müssen solide Entscheidungsgrundlagen zur
    (wirtschaftlichen) Beurteilung bestehender und neuer Geschäftsfelder
    erstellt werden.
  • Bisher übliche Methoden, wie etwa Wirtschaftlichkeitsberechnungen
    oder Kosten-Nutzen-Analysen, setzen den Fokus ausschließlich auf
    die Produktionsseite (Herstellungskosten) und vernachlässigen dabei
    nahezu vollständig die Nachfrageseite.
  • Der Nutzen der Informationswertanalyse ist wesentlich höher als bei
    dem klassischen organisations-optimierenden Vorgehen, weil sie direkt an
    der Dienstleistung Information und ihren bestimmenden Faktoren ansetzt.
    Im Mittelpunkt der IWA steht das Zusammenwirken von Prozessen und Informationen.

Die in dieser Studie beschriebene Informationswertanalyse kann:

  • dem Management die notwendige Entscheidungsgrundlage bei der strategischen
    Neuausrichtung
  • ihrer Unternehmensziele und der Beurteilung bestehender und neuer Geschäftsfelder
    liefern,
  • Hinweise für das Management geben, wo brachliegende Potentiale besser
    ausgenutzt werden
  • müßten,
  • den Betreibern der Informationssysteme eine deutlich bessere Einsicht in
    den Wert der
  • Ergebnisse ihrer Tätigkeit ermöglichen und somit eine Argumentationshilfe
    nicht zuletzt auch
  • gegenüber dem Management liefern,
  • Motivation bei den potentiellen Anwendern zur besseren Nutzung der verfügbaren
    Informationen

erzeugen und die Kommunikation zwischen Anbietern und Nutzern der Informationen
anregen.

An der Studie haben folgende Autoren mitgewirkt?

  • Thorsten Frerk ist Diplom Geograph und arbeitet seit 1995 als Berater für
    verschiedene GIS-Firmen. Derzeit ist er in den Bereichen Geo-Marketing,
    Vertriebsplanung und -optimierung bei der PTV
    AG
    in Karlsruhe tätig. Er hat 1998 im Auftrag von CSC Ploenzke
    bei der Entwicklung der IWA und der Durchführung der Untersuchungen
    in der Praxis maßgeblich mitgewirkt.
  • Dr. Klaus Greve ist seit 1996 Professor für GIS und Fernerkundung
    an den >a href=“http://www.giub.uni-bonn.de“>Geographischen Instituten der Universität Bonn. Er verfügt
    über langjährige Erfahrungen als IT-Verantwortlicher und Projektleiter
    für raumbezogene Informationssysteme in der Praxis. Seine aktuellen
    Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Umweltinformationssysteme
    und Einsatz von GIS in Intranet und Internet. Zusammen mit Roland Stahl
    wirkt er als Herausgeber des GIS-Tutorials im Internet. Neben Tätigkeiten
    als GIS-Forscher und Hochschullehrer berät Prof. Greve verschiedene
    Organisationen bei der Verbesserung der Inwertsetzung ihrer IT-Systeme.
  • Jörg Kolb ist Diplom Geograph und seit 1998 bei CSC Ploenzke beschäftigt.
    Er hat wesentlich bei der Entwicklung der IWA und der Durchführung
    der Untersuchungen in der Praxis mitgewirkt.
  • Roland Stahl ist seit 1997 als Projektleiter für GIS-Projekte und
    als Themenverantwortlicher Geo-Informationssysteme für CSC Ploenzke
    tätig. Er ist langjähriger Kenner der raumbezogenen Informationstechnologie
    und gemeinsam mit Prof. Greve Herausgeber des GIS-Tutorial im Internet.
    Derzeit arbeitet er als Projektleiter eines GIS-Großprojekts, dessen
    Aufgabe es ist, ganz im Sinne der IWA-Zielsetzung, bisher singulär
    genutzte Daten in (Mehr-)Wert zu setzen.

Die Studie ist 1999 bei IT
Research
in deutscher Sprache erschienen, hat einen Umfang von 160
Seiten. Der Preis beträgt Euro 950,00 (DM 1858,04) zzgl. MwSt.