Geografische Informationssysteme (GIS) und Global Monitoring for Environment and Security (GMES) wichtige Themen der Forschung in Salzburg

“Salzburg ist stolz darauf, Veranstaltungsort einer so wichtigen
und weltumspannenden Initiative zu sein und auch stolz darauf, dass
Salzburger Forscher und Experten auch inhaltlich Beiträge zum Thema
Globales Katastrophenmanagement leisten können.” Dies erklärte
Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Donnerstag, 7. Februar,
bei der Begrüßung der Teilnehmer am UNOOSA-UN-Spider Experten-Workshop
im Schloss Leopoldskron.

“Wir sind fest entschlossen, Salzburg neben Graz als zweites großes
Zentrum für GIS und GMES etablieren”, so die Forschungsreferentin
weiter. Geografische Informationssysteme (GIS) und Global Monitoring
for Environment and Security (GMES) seien in den vergangenen Jahren
wichtige Themen der Forschung in Salzburg geworden, und ihre
Entwicklung wird vom Land auch dementsprechend unterstützt. “Es ist
auch sehr erfreulich, dass der Bund das Potenzial in Salzburg sehr
positiv einschätzt und über seine GMES-Initiative unterstützt. Wenn im
Frühsommer dieses Jahres das Bundesministerium für Verkehr, Innovation
und Technologie im österreichischen Weltraumprogramm eine
“Aktionslinie GMES in Österreich” ausschreibt, werden sich Salzburger
Akteure daran beteiligen”, so die Landeshauptfrau.

37 Fachleute aus dem Katastrophen- und Sicherheitsmanagement aus vier
Kontinenten erörtern noch bis Samstag Fragen zum globalen
Katastrophenmanagement. Der Workshop wird vom GIS-Zentrum der
Universität Salzburg (http://www.uni-salzburg.at/zgis) gemeinsam mit
dem United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA), einer
Einheit der Vereinten Nationen mit Sitz in Wien, organisiert, die für
alle Weltraum-Angelegenheiten zuständig ist. Die Experten sind
eingebunden in das UN-Spider-Programm der Vereinten Nationen, eine
Plattform für weltraumgestützte Information für Katastrophen- und
Notfallmanagement.

Erdbeobachtung für Zwecke des Umwelt- und Naturschutzes, aber auch
hinsichtlich Katastrophen- und Risikomanagement ist ein vordringliches
Anliegen der internationalen Staatengemeinschaft geworden. Einerseits
soll die Wissenschaft die erforderlichen Daten für ein besseres
Verständnis der globalen Zusammenhänge bei Klima und Umwelt erhalten
und damit auch bessere Grundlagen für politische Entscheidungen
beisteuern können. Zum anderen dienen solche Daten dem Aufbau eines
Frühwarnsystems bei Naturkatastrophen wie Tsunamis, Dürre,
Hungersnöte, Epidemien und deren Folgen.

Ein großes Problem besteht darin, dass satellitengestützte
Informationen nicht allen Staaten und Regionen dieser Erde zugänglich
sind. Insbesondere viele Entwicklungsländer, die am häufigsten von
solchen Naturkatastrophen betroffen sind, verfügen über diesen Zugang
nicht. Das UN-Spider-Programm, das Ende 2006 von der
Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde, setzt
sich daher zum Ziel, allen Ländern den Zugang zu weltraumgestützter
Information zu sichern und sie in die Lage zu versetzen,
uneingeschränkt am weltweiten Katastrophenmanagement-System
teilzunehmen.

Während die USA schon lange über ein weltumspannendes
Satelliten-Netzwerk und entsprechende Erdbeobachtungssysteme verfügen,
wurde das europäische Gegenstück GMES erst 1998 von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Weltraumkommission ESA ins Leben
gerufen, und erst 2005 konnte man sich auf den Aufbau eines globalen
Erdbeobachtungssystems verständigen, das die verschiedensten
Erdbeobachtungstechniken (weltraum- und erdgestützte) miteinander
kombinieren soll. GMES ist der wesentliche Beitrag Europas zu diesem
weltweiten System. Dabei werden Weltraumtechnologien, wie das
Europäische Satellitensystem Galileo, und Daten aus erdgebundenen
Informationssystemen (z.B. Messdaten von Wetterstationen,
Verkehrsinformationen) miteinander verbunden. GMES hat also einerseits
mit Hochtechnologie und andererseits mit sehr praxisbezogenen Umwelt-
und Sicherheitsfragen zu tun.

Eingesetzt wird GMES konkret z.B. in Bereichen wie

  • Landbeobachtung: z.B. wird es in der Land- und Forstwirtschaft zur
    Erfassung von Sturmschäden, des Ausmaßes von Waldbränden, Dürren etc..
    angewandt;
  • Klimaforschung: z.B. beim Schutz der Atmosphäre;
  • Management von Naturkatastrophen: z.B. beim Abschätzen des Ausmaßes
    von Überschwemmungen, Lawinen, Hangrutschungen, etc., ein Thema, das
    immer aktueller wird. In Salzburg gewinnt es vor allem für den Bereich
    alpine Gefahren an Bedeutung;
  • Zivile Sicherheit: z.B. für die Überwachung von Großveranstaltungen,
    von Grenzverläufen, für Krisenmanagement und Katastrophenschutz,
    ebenfalls ein immer aktuelleres Thema;
  • Sichere Infrastruktur: z.B. die Überwachung von Stromnetzen,
    Fernmeldesystemen usw.

Die GIS, die Geographischen Informationssysteme, für die in Salzburg
beträchtliche Kompetenz vorhanden ist, tragen wesentlich zur
Entwicklung eines globalen Monitoring-Systems bei. Salzburg verfügt in
mehreren Bereichen über relevante Expertise. “Das von Univ.-Prof. Mag.
Dr. Josef Strobl geführte Zentrum Z_GIS der Salzburger Universität ist
eine weit über unsere Grenzen hinaus bekannte, etablierte
Forschungseinrichtung. Zusammen mit der neugegründeten
Forschungsstelle der Akademie der Wissenschaften zum Thema Geographic
Information Science, die ebenfalls unter der Leitung von Prof. Strobl
steht, hat sich am Standort Salzburg eine beachtliche Expertise dazu
entwickelt”, so Burgstaller.

Auch die Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research leistet
Beiträge zur Anwendung und Entwicklung solcher Systeme. Sie entwickelt
Softwaresysteme die mit Geo-Daten arbeiten. Zum Einsatz kommen solche
Dienste beim Verkehrsmanagement bei Großveranstaltungen, bei
Verkehrsstrom-Prognosen, der Informationsleitung von
Veranstaltungsbeteiligten und Fluchtwegszenarien.

Sehr anwendungsorientiert arbeitet auch das Salzburger iSpace der
größten österreichischen außeruniversitären Forschungsgesellschaft ARC
Seibersdorf. Und nicht zuletzt setzen sich auch einzelne Unternehmen
des Salzburger GIS-Clusters mit dem Thema Erd- und Umweltbeobachtung
auseinander, wie z.B. Geospace Beckel Satelliten GmbH oder
Forest-Mapping-Management (FMM).