Erst wenige Wochen ist es her, dass Dr. Peter Baumann, Professor für Informatik an der Jacobs University in Bremen für seine Dienste in der Standardisierung mit dem Kenneth D. Gardels Award ausgezeichnet wurde. Im Oktober erhielt der Bremer Wissenschaftler auch den Copernicus Masters Award für die Entwicklung eines Informationsdienstes für großvolumige Daten, der „rasdaman“-Technologie. Der internationale Kontest prämiert die besten Ideen für Dienste, Anwendungen und Geschäftsideen, denen Satelliten-Erdbeobachtungsdaten zugrunde liegen.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie gaben die Europäische Luft-und Raumfahrt-Agentur ESA sowie die Repräsentanten des Europäischen Satellitennavigations-Wettbewerbs (ESNC) und Copernicus Masters am 23. Oktober die Namen der Gewinner für die innovativsten und besten Anwendungen in Luft- und Raumfahrt in Berlin bekannt. Unter der Schirmherrschaft des deutschen Ministeriums für Transport und Digitale Infrastruktur (BMVI) trafen hochrangige Experten eine strenge Auswahl unter zahlreichen Bewerbern.

Ziel des jährlich stattfindenden Innovationswettbewerbs ist es, die Entwicklung marktorientierter Anwendungen zu unterstützen, die Daten aus dem Copernicus Programm der Europäischen Union nutzen. Mit Gewinnprämien, technischem Support, Datenpaketen und Geschäftsgründungshilfen im Wert von insgesamt 350.000 Euro fördert der Kontest Produktentwicklungen und das Unternehmertum in Europa. 2014 wurde der Copernicus Masters Award erstmals weltweit ausgetragen.

Dabei gewann Baumann die von der T-Systems International GmbH ausgeschriebene „Big Data Challenge“. Bei diesem Preis handelt es sich um die Wertschätzung intelligenter Entwicklungen für die Prozessierung massiver Datenarchive. Noch immer stellt die Auswertung von Big Data aufgrund ihrer Größe und Heterogenität eine umfassende Herausforderung dar. Der Informatiker entwickelte ein neues, quelloffenes Datenbanksystem für großvolumige, wissenschaftliche Daten, insbesondere multi-dimensionale Datenwürfel. Dies können Sensor-, Bild- und Simulationsdaten sowie statistische Daten sein, wie sie beim Einsatz von Satelliten gewonnen werden. Das von Baumann konzipierte System ist unter dem Namen „rasdaman“ (raster data manager) bekannt und basiert auf der Entwicklung einer speziellen Datenbank-Anfragesprache, das „ScienceSQL“. Mit dieser können multidimensionale Daten gezielt und flexibel analysiert werden.

„Wir haben es bei dieser Technologie mit einer der innovativsten Lösungen unserer Zeit zu tun“, so Dr. Jurry de la Mar von T-Systems. Die Geoinformationsarchitektur halte große Chancen für die Industrie und Wissenschaft bereit, weil sie die Auswertung von Satellitendaten optimiere und das Volumen dieser Daten verringere. Baumanns System sei hier bahnbrechend.

Zahlreiche Partner beteiligten sich an der Ausschreibung themenspezifischer Herausforderungen wie z.B. die Europäische Weltraumorganisation (ESA,) das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt(DLR), die European Space Imaging GmbH und Skybox Imaging, CloudEO, Airbus Defence and Space und HisdeSAT, Satellite Applications Catapult und T-Systems International GmbH. Die relevanten Anwendungsfelder betrafen u.a. den Katastrophen- und Umweltschutz, die Meeresüberwachung, Verkehr und Logistik, Mobilanwendungen, Erneuerbare Energien und Landwirtschaft.

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